Im Wandel der Zeit " Schützenverein Resse e. V. 1902"

Die Zeitreise beginnt am 18. Mai 1902

An diesem Sonntag wird der Verein, im heutigen Heidegasthof Löns, von 12 Männern gegründet. Sie wollen dem Beispiel der Nachbardörfer Engelbostel, Stelingen und Abbensen im Vorjahr folgend, nun auch in Resse einen Schützenclub gründen. Fast alle diese Männer haben ihren Militärdienst hinter sich und das Schießen gelernt. Nun wollen sie ihr Können in kameradschaftlichem Wettstreit unter Beweis stellen und dazu fröhliche Geselligkeit üben.

Die 12 Gründer sind: Karl Bädje, Fritz Baumgarten, Willi Baumgarten, H. Biermann, Friedrich Brackmann, Georg Döpke, Heinrich Ehlers, Georg Gerberding, Hermann Grese, Heinrich Klingemann, Hermann Moorhof und Fritz Peters.

Seit dem 19. August 1906 wird ein „Revision und „Nachweisebuch für den Schützenverein Resse geführt. Laut Protokoll hat der Verein am 16. September 1906 ,19 Mitglieder. Am 29. und 30. August 1909 wird Fahnenweihe gefeiert und die bisherige schwarz-weiß-rote Fahne durch eine Schützenfahne für 181,-M abgelöst. Der 1. Hauptmann des Vereins, Hermann Grese, tritt nach 12 Jahren Hauptmannswürde am 03.05.1914 zurück. Sein Nachfolger ist Fritz Peters.
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In diese Zeit fallen 5 schwere Kriegsjahre, wo Not und Trauer das Geschehen des Vereins bestimmen. Eine Versammlung beschließt einstimmig, das gesamte Guthaben im Sparkassenbuch für die durch den Russeneinfall in Ostpreußen verursachten Schäden zuspenden. Am 03. Oktober 1915 wird des ersten gefallenen Schützenkameraden des Krieges, Friedrich Brackmann gedacht. Ihm folgt im Sommer 1916 Willi Prinzhorn.

Die erste Mitgliederversammlung nach dem Krieg wird am 19.Oktober 1919 abgehalten. Bei 7 Neueintritten hat der Verein wieder ein  Bestand von 20 Mitgliedern.

Die stürmische Inflation der Jahre 1921 bis 1923 wird dadurch deutlich, dass am 14. April 1923 der Jahresbeitrag von 3, - M auf 500, -M und das Eintrittsgeld auf 1500, -M erhöht wird. Ende 1922 wird eine Scheibenbüchse für 1.156,50M gekauft und damit dem Schießsport neuer Auftrieb gegeben. Geschossen wurde in der Sandkuhle am Osterberg auf eine 12er Ringscheibe, und zwar 100 bzw. 150m stehend aufgelegt. Die schwere Scheibenbüchse war freihändig nicht zumeistern. Als Sicherheit für die „Scheibengucker“ diente nur ein kleiner Erdhügel wenige Meter abseits der Scheibe, für heutige Begriffe völlig undenkbar.

1922 wird Friedhelm Grese zum Hauptmann gewählt. Er wird von Dietrich Wortmann im Jahre 1924 abgelöst.

In den Jahren 1930/31 wird ein neuer Schießstand geplant, aber die negative wirtschaftliche Entwicklung macht den Bau unmöglich. So wird am 10.April 1932 sogar beschlossen kein Schützenfest zu feiern, den Jahresbeitrag zu stunden und sparsam zu wirtschaften.1934 wird beschlossen ebenfalls kein Fest aus finanziellen Gründen abzuhalten, dafür aber den Schießsport zu fördern und ein K.K. Gewehr zu kaufen. Im Juli wird eine Mauser Sportbüchse für 49M gekauft.

Die Kriegsjahre überlebt die Büchse in der Jauchekuhle von Hauptmann Dietrich Wortmann.

Von 1940 bis 1950 ruht die Tätigkeit des Vereins und lebt nach Aufhebung der Beschränkung für den Schießsport durch die Besatzungsmacht am 10 Juni 1950, im Heidegasthof Löns wieder auf. Dietrich Wortmann wird wieder 1.Vorsitzender. Wilhelm Größmann 2. Vorsitzender, Kurt Schöne Schrift und Kassenführer. Das erste Schützenfest wird am 02. und 3. Juli 1950 abgehalten. Erster Schützenkönig wird Kurt Adomat.

 Am 18.-19.05.1952 wird das 50 Jährige Jubiläum gefeiert und eine neue Fahne geweiht. Die Alte von 1909 wurde in den Kriegswirren von 1945 zerstört. Als Anerkennung für die Aktivität des Resser Schützenvereins in den schweren ersten Jahren nach dem Zusammenbruch nimmt der Präsident Hermann Wüstehof, die Weihe der neuen Fahne persönlich vor. Die Patenfahne stellt der Schützenverein Heitlingen.

Der Schießsport erhält in den 50 er Jahren einen großen Auftrieb. Kurt Schöne übernimmt 1954 das Amt des 1. Vorsitzenden . 2. Vorsitzender wird Rudi Stünkel jun.. Beide Schützenbrüder bleiben 24 Jahre dieser Aufgabe treu. 
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So wird dann auch 1964 die Jugend- und ein Jahr später die Damenabteilung des Vereins gegründet. 1. Damenleiterin ist Renate Gutowski. Die Bürgerkönigsscheibe wird erstmals 1965 ausgeschossen. Dieter Wittenberg heißt der 1. Bürgerkönig von Resse.

Seit 1973 befindet sich das Domizil des Vereins in den unteren Räumen der Grundschule Resse. Die Schützenfeste werden ursprünglich neben der Schule gefeiert. Als dies Gebiet 1974 bebaut wird, kann am Osterberg vor dem Sportplatz ein fast 12.000 qm großes Gelände gepachtet werden, der Pachtvertrag endet 1979, und so kann der Verein noch im selben Jahr das Grundstück kaufen.

1978 ist Siegfried Hecht 1. Vorsitzender. Ihm folgt 1982 Achim Bruns. 1986 tritt dann Ingo Sievers den Posten als 1. Vorsitzenden an.

Bis 1989 wird das Königsschießen mit dem KK- Gewehr auf der Standortschießanlage der Bundeswehr ausgeschossen.  Im Jahre 1976 entsteht die Luft- u. Sportpistolensparte, die viele große schießsportliche Erfolge feiern konnte. Teilnahmen an Landes u. Deutschen Meisterschaften konnten verzeichnet werden. Bei diesen Meisterschaften ist auch die Jugendabteilung gut vertreten. 1989 zählt sie 68 Mitglieder und ist damit eine der größten Jugendabteilungen im gesamten Kreisverband Wedemark- Langenhagen.

Auch der Fanfarenzug Resse hat seine Wurzeln im Schützenverein, er wurde 1992 als eigenständige Sparte ins Leben gerufen.

Im Rundenwettkampf Luftgewehr sind die Damen des Schützenvereins sehr erfolgreich so können sie, Anfang der 90er Jahre bis zur Landesklasse aufsteigen und fordere Plätze belegen. 

Im Januar 2002 löst Carsten Grotzke, Ingo Sievers als 1. Vorsitzenden ab. Dieser ist seit Juni 2002 Ehrenvorsitzender des Vereins. Am 18. –20. Mai 2002 feiert der Resser Schützenverein seinen 100. Geburtstag. Die Aktivitäten für das Jubiläumsfest beginnen schon Ende April.“ Ortsteilkönigsschießen“ heißt das Geheimrezept. Die Schützen bauen aus einem Fahrzeug, in dem üblicherweise Vieh getrieben wird, einen mobilen Luftgewehrschießstand. Damit macht sich der Verein an mehreren Wochenenden auf den Weg zu den Bürgern in die Ortsteile Lönswinkel, Moorriethe, Osterberg, Altes Dorf und Heidkamp.  Das Konzept hat Erfolg. 147 Nichtmitglieder und 57 Schützen beteiligen sich an den Wettkämpfen. Der Jubiläums- Schützen- und Bürgerkönig wird in einem Finalschießen auf dem Festplatz ermittelt. Statt einer Festzeitschrift zum Jubiläum, stellen die Schützen ihre 100 Jährige Vereinsgeschichte in Wort, Bild und Gegenständen aus der damaligen Zeit, in einem Chronikzelt auf dem Festplatz da. Federführend hierfür ist Carola Rapke mit ihrer Mutter Annie Koch. Auch nach 100 Jahren erfreut sich der Verein großer Beliebtheit und Aktivität. Insbesondere wird die Jugendarbeit groß geschrieben.2003 können in der Jugendabteilung Kreismeister in der Mannschafts- und Einzelwertung verzeichnet werden. Neue Jungendpressluftgewehre und eine Rika Lichtpunktanlage werden angeschafft. Somit stehen weiteren Erfolgen im Schießsport nichts mehr im Wege!!!

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Dass der Verein auch heute mit viel Leben aktiv am Dorfgeschehen teilnehmen kann, hat er nicht nur aktiver Vorstandsarbeit, nein, auch seinen Vereinsmitgliedern, die mit allen ihren Ideen das Vereinsleben beleben, zu verdanken. Die Trainingsabende sind immer gut besucht. Luftgewehr, Luftpistole und Großkalibertraining werden angeboten. Dass es nicht nur um Schießsport und Leistungssteigerung geht, sondern viel für die Bürgernähe getan wird, beweisen die Resser Schützen in jedem Jahr neu. Ob beim Dorfpokal- Osterpreis und Bürgerkönigsschießen, Wurstessen, lebendiger Adventskalender, alle Resser Bürger sind immer gern gesehen Gäste. Diese Angebote werden auch außergewöhnlich gut angenommen. So kann sich der 1. Vorsitzende Carsten Grotzke, der seit 2002 dieses verantwortungsvolle Amt innehat, über Rekordbeteiligungen bei allen Veranstaltungen freuen. Der Schützenverein hat ein hohes Ansehen im Dorf. Dass kommt nicht von ungefähr. Es ist harte Arbeit, wird aber durch großes Lob der Resser Bevölkerung belohnt.

Auch für die Vereinsmitglieder gibt es immer wieder Termine, auf die man sich riesig freut. Da ist der große Schützenausmarsch zum „Annäglen“ der Königsscheiben, die sehr beliebte Königsfeier beim Schwarzen König, Skat- und „Schwimmrunden“, das „ Schützendamen Grillen“, Tagesausflüge in Harz und Heide, Radtouren und diversen Feiern und Schießwettkämpfen nah und fern.

Die Arbeit in der Jugendabteilung, die in diesem Jahr schon 50 Jahre besteht, wird sehr groß geschrieben. Carola Rapke, 1. Jugendleiterin seit 1996, und Nina Baumgarten, 2. Jugendleiterin seit diesem Jahr neu im Amt, sind mit Elan und Herz dabei. Kinderfaschingspartys, in jedem Jahr mit neuem Motto. Diese Party ist schon weit über die Grenzen der Wedemark bekannt und lockt immer mehr kleine Narren aus anderen Stadtregionen herbei. Diverse Wettkämpfe, Kinder- und Jugendbürgerkönigsschießen für alle Resser Kinder, Teilnahmen an Kreis- Landes- und Deutschen Meisterschaften mit dem Luftgewehr, Ausflüge uvm werden ebenso angeboten. Eine weitere Spate in der Jugendabteilung, die sehr gut angenommen wird, ist das Schießen mit der Luftpistole. Hier sorgt Robert Krug, als Trainer für Erfolg und Spaß am Schießsport! Dass er seine Sache sehr gut macht, beweisen zahlreiche Teilnahmen an Landes- und Deutschenmeisterschaften in der Disziplin Luftpistole und mit der Mehrschüssigen Luftpistole. Sein Motto ist:“ Schießsport ist Leistungssport“. Ein super Sport für alle Jugendlichen, die Ruhe und Konzentration, in einem gestressten und leistungsorientierten Schulalltag suchen und hier finden.

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Stolz sind die Resser Schützen auch auf ihren eigenen mobilen Schießwagen. Dieses Vehikel, aus einem alten Bauwagen selbst entworfen und gebaut, sucht seinesgleichen. Mit 2 Schießbahnen und einem Auswertungsplatz, kann er teleskopartig mit Lüftungskanälen auf 10m ausgezogen werden. Hauptsächlich wurde er gebaut, um auch hier den Resser Bürger wieder nah zu sein. Er kommt in jedem Jahr beim Königsschießen zum Einsatz. Dann steht er 2 Tage lang, für die Resser auf dem Parkplatz des Frischmarkts Pagel. So können sie gleich vor oder nach dem Wochenendeinkauf auf die Bürgerkönigsscheibe zielen. Wenn es auch nicht einfach ist, das Ziel zu treffen, so macht es doch für alle einen riesigen Spaß und den haben die Resser. So konnte Marion Stünkel, 1. Schießsportleiterin, knapp 100 Teilnehmer beim letzten Königsschießen verzeichnen. Der mobile Schießwagen kommt auch am Schützentag in Bissendorf am 12.Juli zum Einsatz.

Natürlich lebt ein Verein, so auch der Schützenverein Resse, nur von und mit seinen Vereinsmitgliedern. Damit der Schießsport in Resse auch weiterhin so aktiv bestehen kann, braucht er immer neue Mitglieder. Seien sie neugierig und besuchen sie diesen besonderen und lebensbejahenden Verein, der immer offen für neue Ideen und Innovationen ist
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